Modernisierung des Rathauses

Rathaus

Der innere bauliche Zustand des Rathauses ist verbesserungsbedürftig.

Bei der Modernisierung des Rathauses ab dem Jahr 2003 wurden vor allem die Innenbereiche des Erd-, Ober- und Dachgeschosses in verschiedenen Bauabschnitten modernisiert und instandgesetzt.
An der Fassade bzw. Gebäudehülle wurden keine umfassenden Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt.

Geplant sind daher Maßnahmen zur energetischen Modernisierung und Instandsetzung der Gebäudehülle, wie der Einbau neuer Fenster, eine Wärmedämmung und die Dämmung des Dachs. Als Maßnahme zur Barrierefreiheit ist der Einbau eines Fahrstuhls geplant. Weiterhin ist eine Untersuchung des Platzbedarfs angedacht.

Erbaut wurde das Alte Rathaus im Jahre 1628 und blickt damit auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Vor allem vor dem 19. Jahrhundert war das Leben der wenigen Bewohner durch Hunger und Leid geprägt. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts regte sich die neue Zeit in Altdorf: Die Poststelle mit Telefon wurde eingerichtet und der Anschluss an das Elektrizitätsnetz und Wassernetzwerk durchgeführt. Mit dem Bau der Eisenbahnverbindung war Altdorf in der Moderne angelangt. Doch der erste Weltkrieg traf erneut viele Schicksale in der Bewohner in Altdorf schwer. Noch schlimmer wurde der Ort durch den zweiten Weltkrieg in sein Unglück gestürzt, denn durch eine falsche Markierung luden in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1943 britische Bomber ihre tödliche Last über Altdorf statt über Stuttgart ab. Dadurch wurden mehr als 40 % der Häuser vernichtet. Vom Rathaus standen nur noch die steinernen Grundmauern. Nach Kriegsende folgte die schwere Zeit der Besatzung durch französisches und amerikanisches Militär. In Altdorf herrschte Wohnungsnot und es mussten hohe Abgaben an die Besatzer geleistet werden. Dennoch konnte Altdorf durch das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger und eines motivierten Bürgermeisters in den Jahren des Wiederaufbaus Hoffnung schöpfen. Es wurde beschlossen, dass erst die Schule und dann das Rathaus wiederaufgebaut werden würden. Nach vielen Jahren des Provisoriums wurde dann 1950 mit dem Wiederaufbau des Rathauses begonnen. Leider waren die Mauern der Ruine unbrauchbar geworden, weshalb das zerstörte Gebäude abgerissen wurde. Nur die alten Sandsteine konnten in den Bögen des Rathausdurchgangs wieder verbaut werden Bereits am 7. Oktober 1950 wurde das Richtfest gefeiert und ein Jahr später konnte das neue, wiederaufgebaute Altdorfer Rathaus eingeweiht werden.

So ist das Rathaus gem. § 2 des Denkmalschutzgesetzes „in seinem gesamten historischen Bestand (…)“ ein Kulturdenkmal aus wissenschaftlichen (vor allem architekturgeschichtlichen) und heimatgeschichtlichen Gründen.

Mit dem Wiederaufbau von unterschiedlichen Gebäuden, wie Kirche, Schule und Rathaus waren die zentralen Einrichtungen der Gemeinde in den frühen fünfziger Jahren wieder hergestellt. Der Ausgangspunkt für eine zukunftsfähige und lebenswerte Gemeinde war geschaffen!

Zurück zum Ortsrundgang